Innovation leben

Transkript

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00:00:00: Wenn ich Kunden anspreche, höre ich natürlich immer erst mal rein.

00:00:03: Was ist eigentlich dessen Problem und versuche diese Probleme anzusprechen?

00:00:07: Und die dann auch zu lösen?

00:00:08: was brauche ich als Unternehmer unternehmerin?

00:00:10: im Grunde Flexibilität Natürlich auch Risikobereitschaft.

00:00:13: sicherheitsdenken hilft ganz besonders nicht.

00:00:16: Ich glaube das land hat zukunft also die zukunft ist für mich auf dem land und in der

00:00:20: stadt.

00:00:28: Herzlich willkommen zu einer neuen folge von innovations pioniere ein format des podcast innovation leben von bahn innovativ.

00:00:35: Ich bin Tanja Jovanovic und ich freue mich, dass Sie eingeschaltet haben.

00:00:38: Mein heutiger Gast hat ein Lebenslauf der so klingt als hätte sich jemand nicht entscheiden können – genau das ist da Spande daran!

00:00:45: Hallgaard Stolte hat bei BMW in Kanada Autos geplant, in München Händler betreut und bei Grey Advertising den Scooter-Etaf verantwortet.

00:00:53: Dann hat sie in Prag eine eigene Firma gegründet und zwar sieben Jahre nach dem Mauerfall, als viele noch gezögert haben.

00:01:00: Von dorthaus hat sie Verpackungsdesign für Marken wie DAF, Riksona und DUSCHDAS in thirty-six europäischen Ländern gemanagt.

00:01:07: Und nebenbei an der London School of Economics Wirtschaftsgeschichte studiert.

00:01:11: Jemand, der also überall hätte bleiben können geht dort hin wo Thüringen Bayern und Tschechien aufeinandertreffen ins Dreiländereck in den Frankenwald.

00:01:19: Baut im Landkreis Kronach ein leer stehendes Schulhaus zu einem Co-Working & Co Living Space um holt eine ukrainische IT Firma in die Region und gründet gefördert über das bayerische Grünungsbruch mit Artflex Software, ein Unternehmen das heute von Hof aus KI-Lösungen für den Mittelstand entwickelt.

00:01:37: Ihr Wirkungskreis ist Hofkronach Oberfranken.

00:01:40: Sie gestaltet hier was sie überall auf der Welt gelernt hat nämlich Brücken zu bauen.

00:01:44: Deshalb freue ich mich sehr auf dieses Gespräch.

00:01:46: wir sprechen über Herkunft und Aufbruch über den Mut an Orte zu gehen an denen kein anderer ein Geschäft sieht Und über die Frage was Innovationen mit Heimat zu tun hat Innovationspioniere.

00:01:59: Hallo, Hallgatt.

00:02:00: Schön, dass du dir die Zeit für uns genommen hast!

00:02:02: Ja hallo, freut mich hier zu sein.

00:02:03: Dein Lebenslauf ist sehr bewegend und du warst ja quasi schon überall aktiv und hast es jetzt ins Dreiländereck geschafft und bist da aktiv unterwegs.

00:02:13: Da ist meine erste Frage natürlich... Du hättest dann sicher überall bleiben können in Toronto, in Prag, in München?

00:02:19: Warum genau das

00:02:20: Dreiländer-Eck?!

00:02:21: Also ich war ja dann in Prag hatten wir ja unsere Designfirma und so nach zwanzig Jahren hatte ich dann ein bisschen Heimweh und wollte nicht ganz so weit weg von Tschechien, weil das quasi auch mein Netzwerk damals noch war.

00:02:33: So Freunde vor fünfzehn Jahren habe ich mich dann entschieden, nicht allzu weit weg vom Prag zu ziehen und demnächst wenn wir Glück haben wird ja die Autobahn zwischen Hof und Prag durchgehen arbeiten die Tschechen ja ganz fleißig dran und mein Mann ist Tschecher.

00:02:48: also insofern sollte es nicht soweit weg sein von Tchechin.

00:02:51: Und

00:02:52: ich hab mich damals von der Wohnung her für Thüringen entschieden, weil die Thüringer als Ostdeutsche ein anderes Verhältnis zu Tschechien haben wie Westdeutsch.

00:03:02: Wir sind direkt durch Zufall, sind wir direkt auf der Grenze gelandet.

00:03:05: Das heißt also, ich konnte dann immer beruflich im Westen an Anfangstrichen in Oberfranken aktiv sein und mein Mann war halt ... gewohnt haben wir den Thüring.

00:03:15: Also das ist auch jetzt immer noch die Situation.

00:03:17: Wir haben halt unsere Firma in Hof Und wohnen tun wir halt in Thüringen direkt auf beim Rennstreich.

00:03:23: Das heißt, die persönliche Beziehung spielte da auch natürlich eine große Rolle?

00:03:27: Du hast doch gerade gesagt, die Ostdeutschen haben ein anderes Verhältnis zu Tschechien!

00:03:31: Wie wichtig ist für dich das Thema Beziehungsverhältnis für dein Geschäft und deine Aktivitäten?

00:03:37: Ich komme ja eigentlich aus der Dienstleistung – ich habe zwar bei BMW Vertriebsnissplanungen oder auch Marketing gemacht aber ... Eigentlich habe ich mich dann in der Selbstständigkeit, da hab' ich immer Kundenprojekte betreut und in dieser Dienstleistung ist es halt auch immer wichtig die Probleme von Kunden zu verstehen.

00:03:52: Und auch Lösungen dafür zu finden.

00:03:55: Insofern das ist eigentlich der Beziehungsanteil den ich beruflich tachtäglich habe.

00:04:00: Das heißt wenn ich Kunden anspreche... Dann höre ich natürlich immer erstmal rein, was ist eigentlich dessen Problem und versuche diese Probleme anzusprechen.

00:04:09: Und die dann auch zu lösen.

00:04:10: jetzt im Moment eben IT-seitig.

00:04:12: Früher habe ich das in der Werbeantur gemacht über das Branding und jetzt machen wir es halt einfach indem wir Software entwickeln wo wir eben konkrete Probleme versuchen zu lösten.

00:04:21: Also das ist auch quasi dein Vorgehen, wie du an Themen rangehst.

00:04:25: An Innovation, dass du guckst was ihr Probleme hat der Kunde welchen Bedarf und dann versuche ich es zu lösen?

00:04:31: Genau richtig!

00:04:32: Und also im Grunde ergibt sich das dann daraus.

00:04:35: Dann machst du halt ein Konzept, du entwickelst ein Konzept, Lösungskonzept und das ist mit Software natürlich eine ganz tolle Sache.

00:04:43: Wie spannend sind die Entwicklungen rund um künstliche Intelligenz für dich?

00:04:47: Da hat sich im letzten Jahr so viel getan.

00:04:48: Ich weiß noch, da haben wir angefangen mit irgendwelchen Chat-Chats, wo wir gedacht haben oh wie toll!

00:04:54: Da bieten wir was an.

00:04:55: aber eigentlich sind wir jetzt schon viel weiter, wo es eben ins Datenmanagement geht und in die ganzen Prozesse des Unternehmens hineingeht.

00:05:03: Das hat sich sehr viel mehr verbreitert.

00:05:04: also da hat sich letztes Jahr soviel getan ist unglaublich.

00:05:08: Und wie hält jemand wie du Schritt mit diesen Entwicklungen?

00:05:12: Also wir haben das große Glück dass als Unternehmen eben im Einstein Eins unseren Sitz haben und gegenüber ist gleich das Isis.

00:05:19: Einstein-Eins ist ein Gründerzentrum?

00:05:22: Genau, das Einstein Eins ist einen Grundungszentrum in Hof und dort gleich neben der Fachhochschule oder neben der Hochschule Hof.

00:05:29: und die Hochschulhof hat ein eigenes IT Zentrum oder ein eigenem Institut für Softwareentwicklung und da haben wir sehr gute Partner unter anderem den Professor Peinel, der uns sehr unterstützt und wir kriegen dadurch natürlich Spannung.

00:05:43: in dieser Zusammenarbeit mit der Universität ist man da sozusagen im permanenten Fluss.

00:05:48: Und da ist eben auch nochmal das Thema Netzwerks sehr wichtig, also ich bin da im Vorstand vom IT-Cluster und wir haben halt fantastische Unternehmen und in dem täglichen Zusammenarbeiten und innerhalb des IT-CLUSTERs kriegt man natürlich auch Grunde genommen sehr viel mit.

00:06:02: Wir haben also ein KI-Walk Wir haben ein wichtiges Unternehmer-Event, wo wir jetzt gerade zusammen mit der Hochschule Hofkonten war.

00:06:09: Mitmachen beim IT Forum.

00:06:12: Da ging es um ganz spannende Fragestellungen wie eben Cloudsouveränität und insofern ist man da tagtäglich im Kontakt Und das hilft natürlich sehr.

00:06:22: Ich höre heraus, du bist ein sehr neugieriger Mensch.

00:06:25: Du pflegst viele Kontakte.

00:06:27: Der Netzwerk ist dir wichtig und Beziehungen also dass wir es ja auch am Anfang schon hatten.

00:06:31: Spannend daran ist ja auch, du hast ja Verwaltungswissenschaft studiert.

00:06:35: Also etwas was man per se jetzt nicht damit assoziieren würde und auch selber nie in der Verwaltung gearbeitet.

00:06:41: Ach so!

00:06:42: Ja ich hatte mich beworben bei der Bayerischen Regierung als ich habe Verwaltswissenschaften studiert.

00:06:47: mein damaliger Freund ist zu Siemens nach München gezogen Und dann habe ich mich auch prompt bei der Bayerischen Staatsverwaltung beworben.

00:06:54: Dort hat man mir mitgeteilt, dass mit meinem Studium der Diplom-Verwaltungslösenschaften der Universität Konstanz nicht qualifiziert bin für den bayerischen Staatsdienst.

00:07:07: Das schreiben hätte ich noch mal aufsparen sollen.

00:07:10: Ich hatte einen sehr innovativen Studiengang.

00:07:13: Das war zusammen mit der Landeschool of Economics.

00:07:16: Ich konnte bei Prof.

00:07:17: Dandorf studieren und meine Kollegen oder Mitstudenten war Rebecca Habermas, also wir hatten wirklich ein ganz tolles studentisches Umfeld in Konstanz Und es war halt für mich irgendwie spannend, dass die bayerische Staatsregierung eben diesen Studiengang nicht anerkannt hat.

00:07:32: Dass man dort überhaupt nicht anfangen konnte.

00:07:34: im Staatsdienst und so bin ich dann bei BMW gelandet habe mich da bei BMW beworben ohne eben Betriebswirtschaft studiert zu haben und die hatten zu der Zeit gerade beschlossen das sie auch einmal eine Frau einstellen wollten und dann wurde durch einen Assessment Center Drei Tage wurde ich durch einen Assessment-Center geprüft.

00:07:53: Und nach diesen drei Tagen musste ich dann auch noch mal zum Vorstand mich vorstellen, weil ich war der erste weibliche Trainee bei der BMW AG.

00:08:01: Auch eine Pionierleistung?

00:08:03: Genau!

00:08:04: Also so bin ich dann zur BMW gekommen.

00:08:07: Spannend... Im Rückblick jetzt betrachtet hättest du lieber den anderen Weg gegangen oder wärst du lieber in den anderen weggegangen und sagst, ich find's gut eigentlich nicht.

00:08:15: Ja,

00:08:15: eigentlich war das okay.

00:08:17: Also ich wollte eigentlich mal so innerhalb der EU oder so internationaler Institutionen was machen und das wäre dann wahrscheinlich auch nicht möglich gewesen.

00:08:24: So bin ich über BMW sehr in diesen internationalen Bereich reingekommen, konnte für BMW nach Paris in die dortige Vertriebsabteilung und habe auch für BMW in Kanada mehrere Jahre gearbeitet.

00:08:37: also das war natürlich auch ein toll internationales Unternehmen

00:08:41: Wahnsinnserfahrung aus.

00:08:43: Also eher aus so einer Herausforderung oder vielleicht erst mal einem Rückschlag tatsächlich, was sehr Positives und Gutes entstanden?

00:08:50: Was sagst du denn aus deiner Sicht, was braucht eine Region wo du sagst da ist so viel Potenzial, da sind Hinten Champions das sind ganz tolle Unternehmen.

00:08:58: Was braucht in dieser Region um noch innovativer zu

00:09:01: werden?

00:09:02: Ja also es gibt ja einen sehr starken Staat.

00:09:04: ich würde mal sagen wir haben ein sehr starkes Staatsanteil auch in dieser ganzen Förderlandschaft der sehr sinnvoll ist.

00:09:11: Ich erlebe aber, dass dieser Staatsanteil die Förderung auch sehr viel in staatliche Institutionen gehen.

00:09:16: Also auch im Graben des IT-Clusters würde ich mir jetzt wünschen, das gerade auch im Thema KI ist es so, dass unsere Unternehmen konkret unterstützt werden.

00:09:27: Es wird sehr viel Geld in Universitäten gesteckt was wichtig ist also mit diesen neuen Lehrstühlen und auch in diese TTZ, also die Technologiezentren.

00:09:38: Projekte der TTZ zum Beispiel, die werden auch intern innerhalb dieser Technologiezentren abgewickelt.

00:09:45: Das heißt es ist nicht so dass man sich unserer IT-Kompetenz und unsere IT Softwareunternehmen bedient und sie sind da meines Erachtens nicht genügend integriert.

00:09:57: also wenn es staatliche Förderungen gibt sollte die am Ende auch irgendwann mal bei der Wirtschaft ankommen.

00:10:04: Und die Situation ist so, dass die meisten Firmen jetzt auch durch die wirtschaftliche Situation nicht in Innovationen investieren können.

00:10:11: Und unsere Softwareunternehmen sind ja dafür da im Grunde was Neues aufzubauen und einen Bereich Forschung und Entwicklung tätig zu werden für die Unternehmen.

00:10:21: Da es ist so ich erlebe es doch das man oftmals ein Förderprogramm mitbringen muss oder auch die Förderungen und das Geld schon mit bringen muss und das kann natürlich eine Softwarewirtschaft in der Region nicht alleine leisten.

00:10:32: Das heißt an sich, das Potenzial wäre da und auch die Wissenschaft.

00:10:36: Und auch die Innovationen wäre potenziell auf der Straße.

00:10:41: Aber wir müssen mehr Transfer wagen und den Transfer in die Unternehmen reinkriegen.

00:10:45: Die Fördergelder gehen in diese Technologizzentren.

00:10:48: Sie gehen aber nicht in die Softwareformen, die dann für die mittelständische Industrie eben auch die Software entwickeln könnte.

00:10:54: Wir könnten sehr viel mehr machen wenn wir das Geld hätten oder wenn das Geld bei uns ankommen würde.

00:10:59: Oder eben auch bei den Unternehmen konkret.

00:11:01: Also die Unternehmen können eben sogenannte Zimmanträge stellen, ist richtig.

00:11:06: Und das habe ich jetzt einfach auch gemacht.

00:11:08: also ich gehe einfach diesen Weg dass ich über Fördermittel zusammen mit der Hochschulhof Projekte entwickeln eigene Software entwickeln und die dann auf den Markt bringen.

00:11:17: aber die Unternehmen sind nicht bereit diese Innovationen zu finanzieren.

00:11:21: Das heißt wir als Software-Firm müssen eigentlich in die Innovationen finanzierend.

00:11:26: und dann fragen uns die Firmen Ist das Produkt schon fertig schön?

00:11:29: Dann schaue ich es mir mal an vielleicht wenn die es dann auch machen.

00:11:33: Und das ist natürlich ein Risiko, was eine Softwareindustrie und Softwareunternehmen alleine schon stemmen müssen.

00:11:41: aber es ist nicht einfach.

00:11:43: Du brauchst sehr viel Risikobewusstsein du brauchst auch den Mut diesen Schritt zu gehen und natürlich auch in Vorleistung zu

00:11:49: gehen.

00:11:49: Richtig ganz genau also ich bin ganz viel in Vorleitung

00:11:52: gegangen.

00:11:53: Woher kommt dein Risikobewusstsein oder eben tatsächlich der Mut auch das Risiko einzugehen?

00:12:00: Naja,

00:12:00: ich unterhalte mich natürlich mit Firmen.

00:12:02: Ich habe jetzt zum Beispiel ... Wir haben jetzt gerade letzten Sonntagmorgen um vier, da haben wir den Zimmantrag eingereicht und da hat man die ganze Nacht durchgearbeitet weil wir wollten ihn jetzt endlich abschicken und daran haben wir ein Jahr gearbeitet an dem Zimm-Antrag Und die Initialzündung für diesen Antrag im Wirtschaftsministerium hat eigentlich die Firma Nouverum.

00:12:25: Das ist einfach ein Herr Wolff, der Produktionsleiter für einen Schaumstoffproduzenten, die eben Probleme hatten mit ihren Schneidemaschinen, die noch nicht digitalisiert waren und wo sie Fachkräftemangel haben, wo jetzt die erfahren Leute, so schätzen können, wie schneiden wir jetzt den Block mal?

00:12:47: Wie schneiden die Schaumstoffe aus dem Block

00:12:50: raus?".

00:12:52: Und dann gehen diese Leute abhanden.

00:12:53: Die gehen alle in Rente und der hat eben das Problem, dass er da eine digitale Lösung

00:12:57: braucht.".

00:12:58: Dann war ich davon überzeugt und dann habe ich gedacht, ne, das ist einfach etwas was wir machen.

00:13:03: Das heißt, wir machen jetzt so drei D-Nesting für Schneidermaschinen und wir können aus diesen Projekten heraus auch ganz generell das drei D Nesting dann auch... online weltweit als Lizenziert an ihm anbringen.

00:13:16: Das lässt sich also schneiden, Blöcke schneiden oder Material effizienter schneiden automatisiert mit KI.

00:13:23: Die KI lernt dann das immer besser zu tun.

00:13:26: Das kann man natürlich für viele Industrie viele Klasse anbieten

00:13:30: und da auch wieder du hast einen Bedarf erkannt

00:13:32: oder

00:13:33: das ist

00:13:33: ein Problem und nur

00:13:35: Lösungen entwickelt und die jetzt quasi auf der Straße.

00:13:38: Aber dieser Industriepartner würde mir vielleicht sagen Wir haben ja sehr viele gute Maschinenbauer im Bereich der Schneide-Technik.

00:13:45: Die finden das alle toll, was ich da machen will aber erwarten von mir dass ich das jetzt finanziere und dann wenn es fertig ist dann wollen sie's natürlich haben.

00:13:54: Aber das zeichnet dich auch als Pionierin aus?

00:13:57: Naja aber so gehts halt der gesamten Softwareindustrie und das ist eben das Problem.

00:14:01: und da wir eben sozusagen proaktiv für die Industrie entwickeln müssen weil die Industrien das nicht von sich aus.

00:14:10: Ich habe in deinem Lebenslauf auch gefunden, dass dein Vater war ja auch ein Innovator und hat einen Netzwerk gegründet.

00:14:18: Im Jahr neunzehntneunundsiebzig bereits das heute noch Medizinstudenten fördert also medizin ganz anderes gebiet und du bist hier an diesem netzwerk auch weiterhin aktiv und sitzt im vorstand.

00:14:30: Wie kommt das zustande zu sagen ich Mach jetzt auch noch im Medizinbereich was.

00:14:36: Ach so, das war eigentlich das Austauschprogramm und es ist das erfolgreichste Austauschsprogramm des deutschen akademischen Austauschtienstes.

00:14:43: Und ich habe einfach versucht zusammen mit drei Professoren die eben durch dieses Programm durchgegangen sind dass wir das einfach am Leben erhalten wieder beim deutschen akademischen Austauschdienst die Anträge gestellt.

00:14:57: Und als mein Vater dann halt gestorben war, war eben das Risiko dass dieses Förderprogramm einschläft oder es nicht nochmal weitergeführt wird.

00:15:04: und wir haben den Verein einfach gegründet.

00:15:07: und für mir der Verein den gab's schon aber wir haben ihn unter Neu firmiert Wir mussten alles neu machen und haben dann einfach das Programm weiterentwickelt mit dem deutschen akademischen Austaustiens weil das eben so wertvoll auch war als Netzwerk.

00:15:22: Also wir haben da fast achthundert Professoren, die durch dieses Netzwerk durchgegangen sind und die weltweit tätig sind an allen deutschen Universitätskliniken.

00:15:32: also zum Beispiel der Gründer von ResearchGate war auch ein Doktorant von meinem Vater.

00:15:36: Es ist ein ganz tolles Netzwerk.

00:15:37: was eben wichtig war Das,

00:15:40: was du bewusst anders machst als dein

00:15:42: Vater?

00:15:43: Mein Vater hat das fast Vollzeit gemacht.

00:15:45: Ich hätte gerne mehr Zeit dafür aber ich glaube nicht dass die Zielsetzung ist ja dieselbe.

00:15:51: Die Zielsetzung ist eigentlich junge Leute und junge Menschen ins Ausland zu bringen.

00:15:54: Dass sie dort eben Erfahrung machen was mein Vater eben auch wichtig fand für sich.

00:15:59: Es hat halt sein Leben verändert und hat ihnen sehr positiv viele Inspirationen mitgegeben, es ist immer gut ins Ausland zu gehen und dort mal ein anderes Land kennenzulernen und die eigene berufliche Tätigkeit nochmal von einer anderen Perspektive zu

00:16:14: sehen.".

00:16:16: Was ich spannend finde, ist wenn man das so von außen betrachtet.

00:16:20: Er hat ja so ein bisschen Brücken gebaut nach Nordamerika und so nach Osteuropa.

00:16:23: Stimmt!

00:16:24: Wenn man was so flackativ sagen darf... Ist es Zufall oder Absicht?

00:16:29: Das Zufallen weil ich halt bei Schroder gearbeitet habe, also es war halt

00:16:33: Zufalls.

00:16:33: Vielleicht auch ein bisschen in die Wiege gelegt dieses Brücken bauen und internationale Beziehungen pflegen.

00:16:38: Es ist ja auch etwas was man vielleicht auch lernt oder intuitiv auch mitbekommt?

00:16:45: Also ich war ja bei BMW damals an einem bestimmten Punkt, wo es dann beruflich eigentlich der berühmte Gläserne Deckel und da gab's für mich halt nur eine Möglichkeit einen Job zu machen, der ein bisschen schwierig ist.

00:16:58: Für den sich Männer eben nicht beworben haben und Marketing für Skoda in Prag zumachen Und dann auch das Unternehmen zu verlassen und zu einer Werbeantour zu gehen.

00:17:07: Die haben halt niemanden gefunden mit Automobil Erfahrung.

00:17:10: Und deshalb habe ich das gemacht, weil es war für mich eine Möglichkeit eben beruflich auch einen nächsten Schritt zu wagen.

00:17:15: Was gibt dir persönlich Energie und was hat dich so richtig ausgebremst?

00:17:20: Also ich glaube Netzwerk ist für mich wichtig.

00:17:24: Ich hab da einfach tolle Kontakte mit denen ich reden kann.

00:17:27: Das Wichtigste ist immer die Aussprache und den Austausch und so.

00:17:31: Das gibt mir eigentlich Kraft!

00:17:33: Und da möchte ich jetzt einfach mal erwähnen, meinen Vorstand im IT-Cluster.

00:17:37: Katarina Kroll und Hans Uli Gruber sind ganz toll.

00:17:41: Dann die Zusammenarbeit mit der Uni gibt mir Kraft also den Professor Peinel, dass er uns da unterstützt auch in unseren Projekten.

00:17:48: Ich habe auch sehr sympathische nette Frauen, mit denen ich mich regelmäßig austausche und treffe.

00:17:54: Das gibt mir auch Kraft Gibt zum Beispiel einen Hoffrauen Stärkenhof ist ein ganz tolles Netzwerk.

00:18:00: Ja das BMEB auch Die Handelskammer ist auch prima.

00:18:03: Ich bin sehr gerne in diesen Ausschüssen und da gibt es das Innovationsausschuss, also das ist auch ein fantastisch.

00:18:09: Da hatten wir gerade in unserer letzten Sitzung ein Gespräch mit Frau Prof.

00:18:13: Schmidt die jetzt auch einen Preis gewonnen hat als KI-Kommunikator für Deutschland.

00:18:18: ganz toll, sie sollten Sie auch mal vielleicht... Die Frau Prof.

00:18:22: Schmidt macht einen tollen Job und es war wahnsinnig aktiv, ist eine tolle Begegnung gewesen.

00:18:27: Was mich runtergezogen hat in meinem Dorf, die das nicht so ganz verstanden haben mit dem digitalen Zentrum, das war schade.

00:18:36: ich hätte da gerne digitale Digital Nomads nach Nordheim gebracht aber für das Dorf glaube ich einfach zu viel.

00:18:44: also das waren für diese fremde Menschen die so ganz anders ticken So eher ein stetisches Klientel, ich wollte da auch so eine Jazz-Reihe oder sowas aufbauen.

00:18:54: Oder moderne Kunst an die Wände bringen und so.

00:18:58: Das haben sie dann abgelehnt und daraus ist da jetzt leider eher so etwas wie ein Bürgerzentrum entstanden.

00:19:04: Also das Nordheim Wildeschweiz war eigentlich nicht nur co-leaving and co-working sondern es ging um Digitalisierung.

00:19:09: Es ging um Digitale ... Jobs auch nach in die Region zu bringen.

00:19:14: Und so habe ich meine Aufgabe gesehen, auch im Hinblick auf die SoftBlues über die IT-Partner mit denen wir zusammenarbeiten.

00:19:21: Also digital ist nur Hau in unserer Region.

00:19:23: das war mir wichtig.

00:19:24: Wurde aber dann eher nicht so angenommen.

00:19:27: Nee, das weiß ich nicht so.

00:19:30: Das war jetzt ein doch Flohmarkt oder sowas... ...das was sie da machen wollen und das ist halt schade ja.

00:19:34: Das

00:19:34: ist aber wieder auch der Punkt ne?

00:19:36: Die Innovation jetzt abstrakt gesprochen in dem Fall muss ja auch von Kunden akzeptiert werden.

00:19:41: Wenn die Menschen das nicht akzeptieren, ist es...

00:19:43: Da geht's eigentlich um dieses Stadtland-Thema.

00:19:45: Das is generell interessant!

00:19:46: Wie bringe ich quasi gleiche Lebensbedingungen aufs Land?

00:19:50: Und ich hab halt versuchst ein bisschen städtische Kultur ins Land zu bringen weil meine These ist einfach... Eigentlich lebe ich besser auf dem Land.

00:19:57: Und die städtische Kultur, die kann ich mir auch auf dem Land im Grunde zusammenbasteln.

00:20:03: Ich muss manchmal ein bisschen mehr erfahren ... Wir haben wunderbaren Kunstvereinen zum Beispiel in Kronach.

00:20:09: Die machen ganz tolle Ausstellungen.

00:20:12: oder wir haben jetzt gerade im Moment läuft, was ich gerne noch mal erwähnen möchte.

00:20:16: In der Villa Mato haben wir einen der Top-Violinwettbewerbe der Welt.

00:20:21: Und das ist in Lichtenberg.

00:20:23: Das ist für mich zu Fuß, zu erreichen fast.

00:20:26: Insofern wir haben ganz viel Kultur und viele spannende Sachen.

00:20:29: So ein stetisches Leben kann ich auch auf dem Land leben.

00:20:32: Deswegen ging es mir um ... Ich kann einen Coworking-Space im Nordalmen haben mit den Leuten, die trotzdem dort glücklich sind.

00:20:43: Ich glaube, dass das Land letztendlich hat für mich Zukunft.

00:20:46: Die Zukunft ist für sich aufm Land nicht in der Stadt.

00:20:49: Und diese Erfahrung war für mich eine Überraschung, weil das hab ich natürlich auch nicht geplant.

00:20:53: Gibt es etwas wo du sagst, dass hätte ich rückblickend anders machen sollen?

00:20:57: Kann ich jetzt so nichts sagen?

00:20:59: Nee eigentlich nicht!

00:21:00: Und gibt's etwas wo Du sagst... Das muss passieren damit eben mehr Menschen diesen Schritt wagen und von der Großstadt rein in die Region

00:21:10: gehen?

00:21:10: Ja das Wichtigste sind halt immer die Arbeitsplätze nicht.

00:21:12: also ich habe halt Ich habe auch so ein gemeinsames Wohnprojekt im Pfarrhaus noch in Nordheiben, also in unserem Pfarrhaushandler.

00:21:21: Da ist es halt so dass die Leute schon kommen wollen und sie wollen da auch leben aber sie haben dann eben nicht entsprechende Jobs.

00:21:27: Vor kurzem hatte ich eine Anfrage von einem Inder mit Automobil-Erfahrungen und hab versucht den hier in unserem Landkreis Kronnache zu platzieren Und da haben die Firmen leider nicht reagiert.

00:21:40: Das ist halt immer das Thema, man braucht wirklich ... Das steht und fehlt mit den Arbeitsplätzen.

00:21:46: Wenn man die Lebensgrundlage erst mal

00:21:48: hat?

00:21:49: Wir haben ja eine fantastische Situation.

00:21:52: Kindergärten-Plätze sind überhaupt kein Thema oder die Kosten für eine Immobilie kann sich bei uns in Haus leisten.

00:22:00: Man muss ein bisschen mehr fahren.

00:22:02: Letztendlich findet jeder einen Job.

00:22:07: Aber vielleicht sollte man jetzt eine neue Idee, dass man eben so Immobilienbesitzer mit Jobs zusammenbringt.

00:22:14: Das gibt da bei Kronach kreativ aus einem Projekt über Wohnraum oder Wohnraum schaffen und in unserer Region.

00:22:22: aber ich glaube das muss man verbinden mit dem Thema Arbeitsplätze.

00:22:26: Das ist ein wichtiger Aspekt, auch wieder das Thema aufzugreifen Brücken bauen.

00:22:31: Also wirklich zu gucken was muss alles zusammenhängen um eben die Leute in der Region zu kriegen?

00:22:37: Genau.

00:22:38: Die Frage zum Schluss.

00:22:40: Letzte Frage vielleicht an dich und aus deiner Erfahrung.

00:22:43: Welche Kompetenz ist deiner Meinung nach für den Mittelstand am wichtigsten für die nächsten Jahre?

00:22:49: Für den Mittel-Stand?

00:22:50: Ja!

00:22:51: Da kann ich ganz schlecht für einen Mittelstand sprechen weil... Wir hatten ja gestern gerade EHK-Beirat und da waren ganz tolle Mittelständler, die eben wirklich auch diese Herausforderung im Moment meistern.

00:23:02: Also wir haben ja die Glasindustrie mit der Energiethematik, wir haben die Automobilindustrie eben auch mit dem ... auch Energietheamatik wieder.

00:23:11: also die haben da ganz schön zu schlucken im Moment.

00:23:13: aber eigentlich ist es im Grunde was brauche ich als Unternehmerin?

00:23:18: Im Grunde Flexibilität Natürlich auch Risikobereitschaft.

00:23:21: Sicherheitsdenken hilft ganz besonders nicht, also ganz auf keinen Fall.

00:23:25: Aber man muss schon flexibel sein.

00:23:27: Man muss sich immer wieder neu orientieren und muss immer wieder auf neue Situationen im Umfeld reagieren.

00:23:33: Flexibilität-Risikobereitschaft?

00:23:35: Und ich glaube was bei dir auch ganz stark herauskam das Thema persönliche Beziehungen Netzwerken Offenheit und Neugierde denke ich auch

00:23:44: genau.

00:23:45: Also ohne das eigene Umfeld kommt man nicht weiter.

00:23:48: Man braucht wirklich Unterstützung durch andere Menschen, ist ganz wichtig.

00:23:52: Schöne Schlusswort!

00:23:53: Hallgatt vielen Dank dass du bei mir warst und von dir erzählt hast.

00:23:59: Ganz spannend und ich wünsche dir ganz viel Erfolg bei deinen weiteren Vorhaben.

00:24:03: Ich bin sehr neugierig und werde das aufmerksam verfolgen.

00:24:06: Wir bleiben in Kontakt.

00:24:07: Das war's für heute, liebe Zuhörer!

00:24:09: Vielen Dank, dass Sie dabei waren – ein ganz herzliches Dankeschön an Heigardt für die Einblicke.

00:24:14: und vergessen sie nicht unseren Podcast bei Spotify zu abonnieren oder eine Bewertung zu hinterlassen wenn Ihnen die heutige Episode gefallen hat.

00:24:21: Seien Sie gespannt auf unsere nächsten Innovationspionier.

00:24:24: Ich bin Tanja Jovanovic und das war Innovations Pioniere, ein Format des Podcasts Innovation Leben von Bayern Innovativ.

00:24:30: Bleiben Sie neugierig.

Über diesen Podcast

Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt von "Innovation Leben". In diesem Podcast werfen wir gemeinsam mit Ihnen einen Blick in die Zukunft, erkunden die neuesten Trends und Innovationsstrategien und enthüllen, was die Innovationspioniere Bayerns tagtäglich antreibt. Außerdem präsentieren wir Ihnen wichtige Förderprogramme für Ihr Unternehmen – kurz, kompakt und vor allem einfach erklärt.

von und mit Bayern Innovativ GmbH

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