Innovation leben

Transkript

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00:00:01: Für mich ist Design weder die reine Ästhetik noch die reinen Funktion.

00:00:05: Design ist Prägung von Kultur, Design ist prägung unseren Umgebungen.

00:00:10: Vertrauen entsteht durch Gestaltung – das ist unser Job, Vertrauen zu gestalten!

00:00:15: Wir wollen die Geräte ja nicht nur akzeptieren sondern wir wollen ein Erlebnis dadurch erreichen.

00:00:27: Technologie entscheidet was möglich ist, Design entscheidet ob es angenommen wird.

00:00:32: Dieser Satz meines heutigen Gasts bringt auf den Punkt, worum es bei humanoider Robotik künftig gehen wird.

00:00:38: Nicht nur um Technik sondern um Akzeptanz!

00:00:41: Die Frage ist nicht nur allein wie bauen wir ein Roboter der funktioniert?

00:00:45: Sondern eben auch – Wie gestalten wir einen Roboter dem Menschen

00:00:49: Vertrauen?!

00:00:50: Der sich vertraut bewegt verständlich agiert einfach in unsere Lebenswelt passt.

00:00:56: Darüber spreche ich mit Professor Daniel Nusser, Geschäftsführer von DesignFlow.

00:01:00: Seit zwanzig Jahren verbindet er Kreativität mit Technologien.

00:01:04: Als Professor an der Diplomahhochschule beschäftigt er sich außerdem damit wie Gestaltung unser Verhalten unserer Gesellschaft und unsere Zukunft beeinflusst.

00:01:15: Willkommen bei Fokus Zukunft einem Format von Innovation Leben dem Podcast von Bayern Innovativ!

00:01:20: Ich bin Barbara Groll dass sie dabei sind.

00:01:23: Zum Einstieg in das Thema nehmen wir Sie mit, in ein mögliches Morgen!

00:01:40: Nicht markenlos, aber mit Interhalten und einem Ausdruck der das Publikum berührt.

00:01:45: Möglich wird dieser Moment nicht nur durch den Entwickler, der ihn programmiert hat.

00:01:48: Entscheidend ist auch das Design – die äußere Form, die Bewegung, die Mimik, die Stimme.

00:01:53: Eben alles was bestimmt wie der Roboter auf Menschen wirkt!

00:01:56: Die eigentliche Herausforderung humanoider Robotik ist deshalb vielleicht gar nicht Engineering sondern Gestaltung denn sobald Menschen Maschinen begegnen entstehen neue Fragen Wie gestaltet man Verhalten?

00:02:09: Wie gestaltet man Vertrauen Und wie schafft man Systeme, die Menschen nicht nur nutzen sondern wirklich akzeptieren?

00:02:16: Ja Daniel herzlich willkommen!

00:02:19: Ich freue mich dass du hier bist.

00:02:20: All diese Fragen die da gerade gestellt wurden kannst du uns im Nachhinein bestimmt beantworten.

00:02:25: ich greif gleich mal dieses Zukunftszenario auf das wir da gebracht haben.

00:02:30: ist denn die große Herausforderung humanoider Robotik am Ende weniger eine rein technische als eine gestalterische?

00:02:38: Ja, also erstmal herzlichen Dank dass ich heute da sein darf.

00:02:41: Also ich möchte hier das eine und das andere nicht ausschließen.

00:02:44: es sind natürlich beide Themen sehr wichtig.

00:02:47: darüber hinaus haben wir aber auch weitere Themen wie rechtliche Themen Haftungsthemen, Themen der Industrialisierung die uns gerade hemmen.

00:02:56: und jetzt kommen wir auf die Gestaltung.

00:02:58: Die vielleicht über die reine formale Ästhetik hinausgeht.

00:03:01: das sind ethische Themen die ich auch wahnsinnig wichtig finde und wo ich Designerinnen und Designer ganz stark in der Pflicht sehe da auch mitzuwirken.

00:03:12: Das heißt wir müssen uns schon fragen wie autonom soll eigentlich so ein Humanoider letztlich sein?

00:03:20: Was soll er alles selber machen können?

00:03:23: Darf er Entscheidungen selbst treffen, darf er lügen so wie wir es aktuell ja von LLMs auch kennen.

00:03:29: Und das sind Themen da wünsche ich mir schon dass Designerinnen und Designern mit ein Wörtchen zu reden haben.

00:03:37: Ja kann ich mir gut vorstellen!

00:03:39: Hast du ein Beispiel dafür aus der Vergangenheit wo das Design entscheidend dafür war Ob Menschen einen humanoiden Roboter oder auch einfach eine andere Technologie akzeptiert haben, also aufgrund des Designs?

00:03:57: Ja da fällt mir spontan die Entwicklung des Personalcomputers ein.

00:04:02: Man dachte in den ganz frühen Zeiten als die PCs nur in großen Instituten Universitäten im Pentagon und so weiter Platz gefunden haben dass das teilweise vielleicht gar nicht mehr als fünf oder zehn Personal Computer weltweit irgendwann geben wird.

00:04:20: Geschweige denn, dass er in sämtliche Büros oder Haushalte mit einzieht?

00:04:25: Der damalige IBM-Chef der ein bisschen umstritten ist, Thomas Watson hat damals gesagt es wird weltweit nicht niemals mehr wie fünf Personal Computer geben.

00:04:38: und Apple hat dann den großen Durchbruch mit dem iMac geschaffen indem quasi alles was grauen Gehäusen unter dem Tisch oder auf dem Tisch Platz hatte in diesen iMac verpackt, den es in unterschiedlichen Farben gab und derart gestaltet war auch durch das User Interface ja so dass plötzlich jeder Mann Freude daran gefunden hat den bei sich zu Hause einziehen zu lassen.

00:05:05: Und das ist ein Beispiel dafür wie Design letztlich dafür zuständig ist um nicht nur Akzeptanz zu schaffen, sondern ich spreche auch gerne von Joy of Youth mittlerweile.

00:05:18: Wir wollen die Geräte ja nicht nur akzeptieren, sondern wir wollen ein Erlebnis dadurch

00:05:23: erreichen.".

00:05:24: Ich glaube das kennt auch jeder von sich selber wenn er etwas bedient und es ist nicht selbst erklärend!

00:05:30: Es ist nicht intuitiv wird schon schwierig.

00:05:34: Also genau da sind wir jetzt an einem sehr interessanten Punkt, ich habe noch ein weiteres Beispiel die Computermaus!

00:05:41: Ich erinnere mich wie wir damals noch, wie ich an meinem ersten Computer den Commodore-IV'er kryptische Zeichen eingegeben hab und dann ewig lang warten musste um Spiel zu laden.

00:05:54: und es war früher noch gar nicht klar dass es eine Möglichkeit gibt quer über dem Bildschirm hinweg zu navigieren.

00:06:02: Und so suchen wir uns auch Metaphern aus der gegenständlichen Welt, wie beispielsweise der Desktop.

00:06:09: Dass wir letztlich den Schreibtisch und dem Papierkorb auf dem virtuellen Bildschirm abbilden um uns da letztendlich dann auch besser zurechtzufinden.

00:06:20: Auch die Maus ist keine reine Ingenieursleistung sondern die Idee überhaupt ein Gerät zu entwickeln das prozessbedingt ist wo man sich Prozesse Nutzungsprozesse anschaut und damit dann letztlich Bedienkomfort erzeugt, ist nichts anderes als eine Design-Tätigkeit.

00:06:38: Aber ich glaube es geht ja nicht nur um Komfort und um Ästhetik sondern es geht auch ein Stück weit um Vertrauen.

00:06:45: Und das ist genau das was die Arbeit an humanoiden Robotern er so neuartig und innovativ macht.

00:06:55: Mit Kaffeemaschinen, mit Bügeleisen, mit Waschmaschinen haben wir Erfahrung!

00:07:01: Die stehen in der Ecke und wenn wir sie nicht benutzen, stehen sie dort.

00:07:05: Bei humanoiden Robotern ist es so dass sie so eine Art Eigenleben haben.

00:07:09: die werden immer um uns rum sein als es... gibt es auch unterschiedliche Einsatzbereiche natürlich, aber ich spreche jetzt gerade von Humanoiden die in unsere Haushalte beispielsweise einziehen sollen.

00:07:20: Da bauen wir Beziehungen auf zu denen und wir haben noch nicht diese Erfahrungswerte.

00:07:25: und da geht's tatsächlich um Themen wie interagieren wir mit ihnen?

00:07:30: Wie rufen wir sie?

00:07:31: Wann werden Sie aufdringlich?

00:07:33: Wanne erzeugt meinetwegen auch eine hektische Bewegung?

00:07:38: ja einen kurzen Schreck Und solche Dinge sind noch nicht erforscht und da haben wir noch keine Erfahrungen.

00:07:45: Das

00:07:45: heißt, das gehört auch zu eurem Job?

00:07:47: Dass ihr Tests durchführt oder wie muss ich mir das vorstellen?

00:07:50: also es geht ja hier.

00:07:51: du hast die Bewegung angesprochen.

00:07:54: Es geht doch sicherlich um Formen und Stimme.

00:07:57: Teilweise Mimik wird es bei humanoiden Robotern sicherlich auch geben.

00:08:03: Testet ihr das dann oder wie kommt ihr da zu optimalen Ergebnissen?

00:08:08: Im professionellen Industrie-Design ist es so, dass wir nicht von Form-, Farbe-, Audio und so weiter erst mal ausgehen sondern, dass es eher des Resultates am Schluss kommt.

00:08:20: Wir schauen uns erstmal Prozesse an.

00:08:22: Wir schauen uns erstmal Aufgabenstellungen an und wir haben nicht umsonst unseren Studiengang an der Diplomachochschule auch Prozess- und Produktdesign benannt, das impliziert quasi schon der Name dass wir von Prozessen auf Produkte schließen und letztlich dann auch die Produkte wieder die Prozessekonditionieren.

00:08:41: im Endeffekt besteht in der Designarbeit die große Aufgabe darin im ersten Punkt erst mal eine Problemdefinition zu formulieren.

00:08:54: Was wollen wir überhaupt?

00:08:55: Wo wollen wir

00:08:56: hin?".

00:08:56: Ja, ich könnte jetzt von Human Centered Design sprechen also menschzentrierter Gestaltung mit den Menschen.

00:09:03: aber in dem Fall ist es ja eine beziehungszentrierte Gestaltung Wir bauen ja Beziehungen tatsächlich auf.

00:09:09: Also wir haben's nicht nur mit den Menschen in diesem Fall zu tun Und da helfen uns dann letztlich bei der Designarbeit Use Case Szenarien, die wir aufstellen.

00:09:20: Die wir möglichst realitätsnah auch ins Leben bringen.

00:09:24: Da ist natürlich mittlerweile eine DKI ein super Helfer dabei.

00:09:28: es gibt ganz tolle Tools.

00:09:30: damit können wir Storyboards erstellen wo früher jemand fünf Tage gebraucht hat das passiert jetzt in wenigen Stunden oder natürlich auch anschauliche Videos.

00:09:41: aus Diesen Szenarien ziehen wir dann letztlich die Schlüsse und dabei geht es vor allem gerade auch in meiner Arbeit mit den Studierenden nicht nur darum, dass wir jetzt mögliche Szenariens uns ausdenken.

00:09:55: Der humanoide könnte das Bad putzen der humanoide könnte eine Glühbirne tauschen und und und darauf kommt ja jeder irgendwann mal.

00:10:02: Es geht wirklich darum, Nutzungs-Szenarien in die Use Cases oder wir sprechen auch von User Journeys bekommen, um von dort aus gehen tatsächlich Erkenntnisse abzuleiten.

00:10:19: Die wird dann erst viel später in die Gestaltung mit einfließen lassen.

00:10:23: Kannst du da ein Beispiel

00:10:24: nennen?

00:10:24: Ja also ein gutes Beispiel war das Thema Idol State.

00:10:30: Also eine Studentin bei uns hat sich damit beschäftigt was der Roboter denn machten soll oder macht, während er im Nichtgebrauch ist.

00:10:38: Das heißt also, während der sich auflädt und da sind teilweise witzige Szenarien entstanden.

00:10:45: Da ist eine Szene dabei rausgekommen.

00:10:48: Es gab ganz zufällig auch noch so ein KI-Rendering in der Küche wo die Ladestation aussah wie ne Toilettenschüssel.

00:10:56: aber man muss es erst visualisieren und sich erstmal damit beschäftigen Wo sitzt der denn dieser humanoide Roboter?

00:11:04: Das heißt also auch in kleinen Wohnungen oder was versteckt er sich im Schrank, versteckt es sich hinterm Vorhang.

00:11:12: Man muss sich erst mit diesen Themen beschäftigen und erstmal in die Tiefe gehen und erstmal viele unterschiedliche Szenarien aufreißen um dann letztlich neue Erkenntnisse zu gewinnen Und diese fließen im Umkehrschluss irgendwann in die Gestaltung ein.

00:11:26: Und dann muss natürlich Technologie und Gestaltung eng miteinander einhergehen, um daraus wirklich sinnvolle Lösungen zu entwickeln.

00:11:34: Und wenn du jetzt der industriellen Fertigung betrachtest?

00:11:39: Ist da ein großer Unterschied?

00:11:41: Da ist selbstverständlich einen großen Unterschied.

00:11:44: In der industziellen Fältigung gibt es ja ganz andere Anforderungen.

00:11:51: Gar nicht.

00:11:52: Jetzt muss ich aufpassen, dass ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehne aber gar nicht so wichtig, dass er wirklich humanoid wirkt also menschenähnlich wirkt sondern da zählen ja teils ganz andere Herausforderungen wie das er eine gewisse Kraft aufbringen kann und wir kennen ja auch die humanoiden Die eigentlich keine wirklich humanoiden sind um die in der industrie verwendet werden die dann eigentlich gar nicht mehr so aussehen, die vielleicht eher aussehen wie ein Kranich oder was so immer.

00:12:27: Wo es aber hauptsächlich darum geht dass sie gewisse Dinge können müssen.

00:12:32: Aber das spielt das Design trotzdem auch eine Rolle?

00:12:35: Das ist dann eher das Design, die Haptik oder dergleichen kann ich mir vorstellen?

00:12:40: Selbstverständlich!

00:12:41: Also für mich ist Design weder die reine Ästhetik noch die reinen Funktion Prägung von Kultur, Design ist Prägungen unseren Umgebungen und dessen ja wie wir agieren.

00:12:59: Wie du schon sagst, ergonomische Aspekte sind hier auch ganz ganz wichtig die in die Designarbeit mehr mit reinspielen oder auch usabilityaspekte im Endeffekt selbstverständlich auch die Ästhetik.

00:13:13: aber da geht es nicht nur darum dass er wie man so schön sagt gut und hübsch aussieht, sondern Design kann viel mehr.

00:13:20: Und Design muss vielmehr!

00:13:22: Ich muss mich erstmal als Designerin oder Designer damit beschäftigen was steckt denn in diesem Humanoiden?

00:13:29: Das hat jetzt übrigens auch gar nichts nur mit humanoiden Robotern zu tun Sondern das fragen wir uns bei jedem Produkt dass wir gestalten Was soll denn dieses Produkt letztlich verkörpern und ausdrucken?

00:13:41: Wofür stets denn?

00:13:43: Und da sind wir bei semantischen Themen.

00:13:45: die Semantik hinterfrägt letztlich Eigenschaften, wie beispielsweise soll dieser humanoide leichtfüßig wirken?

00:13:55: Soll er kräftig wirken.

00:13:57: Soll der kindlich wirken, soll er erwachsen wirken?

00:14:00: soll er hochprofessionell technologisiert wirken?

00:14:04: soll er präzise wirken und so weiter.

00:14:09: Und diese Fragen stellen wir uns bevor wir an Form und Farbe denken oder auch an Audio.

00:14:15: Ich

00:14:16: wollte gerade sagen, Audio fällt auch unter diesen Begriff.

00:14:20: Selbstverständlich ist der Ton ein ganz wichtiger Aspekt, der hier mit einspielt.

00:14:26: Da muss ich aber sagen da gibt es Spezialisten dafür

00:14:29: die so

00:14:29: was machen.

00:14:30: Sounddesigner ja.

00:14:31: Was ich jetzt auf alle Fälle mitnehme, Vertrauen... entsteht auch durch Gestaltung.

00:14:36: Das ist ein ganz wichtiger Punkt.

00:14:38: Selbstverständlich, Vertrauen entsteht durch Gestaltung und das ist unser Job Vertrauen zu gestalten.

00:14:44: Dann ist doch Kreativität eigentlich auch ein entscheidender Faktor für die Akzeptanz von humanoiden Systemen?

00:14:53: Absolut!

00:14:54: Absolut ist Kreativity ein entscheider Faktore dafür Und da plädiere ich auch ganz stark dafür, dass wir uns solche Dinge sowohl in den Unternehmen als auch in den Hochschulen beibehalten.

00:15:08: Dass wir nicht nur effizienzorientiert sind sondern dass wir der Kreativität diesen Raum auch geben um wachsen zu können.

00:15:17: und jetzt gibt es natürlich einen Unterschied zwischen professioneller Kreatativität und Kreativity die einfach nur von innen rauskommt und vielleicht kein besonderes Ziel verfolgt.

00:15:29: Das ist der nächste Punkt, auf den ich gerne kommen würde.

00:15:32: Denn ihr müsst ja dann letztendlich Kreativität in einem extrem technischen Umfeld systematisch verankern?

00:15:40: Wie geht das?

00:15:41: Also zuerst einmal ist es ganz wichtig gerade jetzt in der Industrie und in der Wirtschaft dass für diese Aspekte eine entsprechende Einstellung seitens der Unternehmensleitung vorhanden ist.

00:15:57: Ohne diese geht's nicht und ohne diesen Willen.

00:16:00: Also das heißt, man kann Kreativität keinem Unternehmen aufzwingen dass es eigentlich nicht will und das eigentlich von der Firmenphilosophie ganz anders ausgerichtet ist und nur auf Effizienz getrimmt ist wobei auf die Effizience kommen wir ja hinten raus.

00:16:20: dann wieder über die Kreatativität.

00:16:22: Kreativity braucht erstmal Luft zum Atmen.

00:16:26: Dann ist es aber auch ganz wichtig, dass alle miteinander sprechen.

00:16:30: Das heißt, Kreativität entsteht ja nicht nur übers Design sondern Kreatativität ist dann letztlich auch Technologie getrieben.

00:16:37: Wenn ich als Designer eine Idee habe muss ich natürlich schon irgendwo die Funktion im Hinterkopf mit haben zumindest in irgendeinem Schritt und wir gehen das Ganze eigentlich in zwei Hauptstufen an.

00:16:50: wenn wir einen Kreatifrozess reingehen dann befreien wir uns am ersten Moment komplett von allen technischen Gegebenheiten.

00:16:59: Und das gewähr' ich auch meinen Studierenden, da dürfen die erst mal alles ausprobieren und man muss natürlich auf den Ziel, auf dem Thema hinarbeiten.

00:17:06: erstmal aber dann ist ganz wichtig dass wir nicht zu früh urteilen, dass wir die Dinge aufs Blatt bringen, dass sie Möglichkeiten finden, die Ideen zu visualisieren und da gehört auch die Zeichnung nach wie vor auch im Karatee-Zeitalter mit dazu noch achte, zumindest als Grundbaustein und dann darauf basierend weitere Visualisierungen zu generieren.

00:17:32: Und dann erst in einem nächsten Schritt wird geurteilt, wird sortiert, wird strukturiert, nach gewissen Kriterien auch gewertet und letztlich dann auch kanalisiert so dass man dann ja zu relevanten Ergebnissen kommt, die man dann wirklich in einem weiteren Prozess nach Verwertbarkeit, Nachwirtschaftlichkeit, nach Sinnfälligkeit und so weiter beurteilen kann.

00:18:02: Also wenn ich mir das alles so anhöre, humanoidie, Robotik, Physica AI, neue Produktwelten – es klingt ja alle so nach großen Techkonzernen!

00:18:12: Aber in der Umsetzung spielt, glaube ich auch der Mittelstand eine ganz zentrale Rolle.

00:18:16: Und was brauchen denn gerade mittelständische Unternehmen um solche Zukunftstechnologien früh zu verstehen einzuordnen und vor allem auch sinnvoll für sich zu nutzen?

00:18:27: Ja absolut also ich sehe da auch nicht nur die mittelständischen Unternehmen worunter ja auch schon größere Konzerne mit tausenden von Mitarbeitern fallen sondern ich seh da auch die KMUs oder sogar kleine Startups, die sich vielleicht teilweise auch aus der Uni raus etablieren.

00:18:45: Was wir gerade erleben ist eine Demokratisierung der Innovation beispielsweise durch drei D-Druck, durch Zugang zur Information künstliche Intelligenz, Crowdfunding und so weiter.

00:18:56: Es ist uns in der heutigen Zeit ja so toll möglich in der Entwicklung schnelle Prototypen aufzubauen und ganz anders zu agieren als es noch vor fünfundzwanzig Jahren der Fall war.

00:19:10: Ich hätte als Student damals nur davon träumen können und von daher möchte ich genau diese Gruppierungen dazu ermutigen, und ermuntern hier tätig zu sein.

00:19:23: Es können nicht nur die großen Konzerne es muss ja auch Riesentechnologie sein, sondern es reichen ja auch kleine Teilaspekte.

00:19:33: Einzelne Workflows die über neue Innovationen abgewickelt werden können oder seins kleine Helferleihen in dem Bereich entwickelt werden.

00:19:43: also es gibt wahnsinnig viele Möglichkeiten auch für die kleineren und für die startups.

00:19:48: Du hast ja mit unseren Fördermöglichkeiten auch persönlich schon Erfahrung gemacht, ne?

00:19:53: Absolut.

00:19:54: Mit meinem eigenen Designbüro begleite ich ja Innovations- und Entwicklungsleistungen von der ersten Idee bis hin zum Serienlauf.

00:20:03: Und das sind tatsächlich in den letzten Jahren und Jahrzehnten schon des öfteren Unternehmen auf mich zugekommen die diesen bayerischen Innovationsgutschein in Anspruch genommen hatten und somit einen Großteil meiner Entwicklungs- und Designleistungen dadurch fördern lassen konnten.

00:20:25: Ausblick!

00:20:26: Jetzt gehen wir mal gleich zehn Jahre in die Zukunft, wie schaut denn deine Vision aus für einen wirklich menschzentrierten humanoiden Roboter?

00:20:36: Positiven oder negativen?

00:20:38: Beides.

00:20:38: Also es gibt natürlich auch die dystopischen Szenarien, wo ich hoffe dass diese nicht eintreten werden so das tatsächlich die Humanoiden irgendwann uns mehr oder weniger beherrschen werden und Das ist nicht irgendwie aus der Luft gegriffen sondern das passiert natürlich schon auf gewissen Fakten Dass das auch passieren kann und dass das eine große Gefahr ist Wo wir Menschen tatsächlich schauen müssen, dass das nicht eintreten wird.

00:21:09: Im Positiven wenn es tatsächlich so verläuft wie ich mir das erhoffe ist es natürlich so, dass uns die unangenehmen Arbeiten abgenommen werden, dass wir Menschen uns wieder für die wichtigen Dinge interessieren können oder um die wichtige Dinge kümmern können wie soziale Kontakte raus in die Natur gehen mit Freunden treffen, in Urlaub fahren und so weiter.

00:21:33: Auch kreativ sein!

00:21:36: Alles was hier dazugehört und ich stelle mir hier eine Welt vor... Ich glaube gar nicht mal dass wir bei der menschähnlichen Form strikt bleiben werden mit den Humanoiden.

00:21:51: Ich könnte mir vorstellen das es ganz unterschiedliche kreative Gestalten sind die uns da umgeben werden.

00:21:59: Es

00:21:59: gibt ja sehr viele Hundeliebhaber vielleicht.

00:22:02: Zum Beispiel, oder wenn wir mal den Schmetterling hernehmen was leicht Füßiges und so weiter.

00:22:08: also da gibt es ganz viele Visionen und tolle Möglichkeiten wohin sich das hoffentlich im positiven entwickeln

00:22:17: wird.

00:22:18: Die Frage zum Schluss

00:22:21: Wenn du einem humanoiden Roboter eine einzige Fähigkeit geben könntest wie ihn wirklich menschlich macht?

00:22:27: Was wäre das?

00:22:28: Denken fühlen, zweifeln?

00:22:31: Ich würde sagen ein gesundes Zweifeln.

00:22:34: Und zwar aus dem Grund weil ich glaube denken je nachdem wie man jetzt denken definiert da könnte jetzt philosophisch werden.

00:22:45: tun sie teilweise sowieso oder werden Sie irgendwann tun ja tatsächlich echte Gefühle an den tag legen?

00:22:54: das ist auch so eine thematik die die sehr ausgewogen sein muss, aber ich glaube ein gesundes Zweifeln an dem was sie tun und auch im Miteinander mit uns Menschen kann dieser ganzen Entwicklung nicht schaden.

00:23:09: Ja dann ein ganz herzliches Dankeschön Daniel dass du uns heute die humanoide Robotik mal so ein bisschen von der anderen Seite gezeigt hast eben nicht nur als technische Entwicklung wie man sie allgemein kennt sondern als Gestaltungsaufgabe.

00:23:24: Sehr gerne hat es sehr viel Spaß gemacht.

00:23:26: Ich habe mitgenommen, entscheidend ist nicht nur was technologisch möglich ist.

00:23:30: Entscheidend ist eben auch inwiefern Menschen diese Technologie verstehen ihr Vertrauen und sie vor allem auch sinnvoll in ihr Leben integrieren können.

00:23:41: Humanoide Robotik ist kein Science-Fiction Thema mehr.

00:23:45: Sie ist eine Zukunftsaufgabe für Designerinnen und Designer, für Ingenieurinnen und Ingenieure, für Forschung, Industrie und für den Mittelstand.

00:23:53: Und sie isst eine Zukunftstechnologie der wir uns heute widmen müssen damit sie morgen unser Leben erleichtert und bereichert!

00:24:00: Wenn Sie liebe Zuhörerinnen und Zuhöhrer mehr über entscheidende Zukunftsthemen wissen wollen dann abonnieren Sie am besten unseren Podcast bei Spotify oder Apple Podcast.

00:24:10: Danke fürs Zuhören, bleiben Sie neugierig und bleiben Sie innovativ!

00:24:14: Ich bin Barbara Groll und das war Fokus Zukunft – ein Format von Innovation Leben dem Podcast für Bayern Innovativ.

Über diesen Podcast

Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt von "Innovation Leben". In diesem Podcast werfen wir gemeinsam mit Ihnen einen Blick in die Zukunft, erkunden die neuesten Trends und Innovationsstrategien und enthüllen, was die Innovationspioniere Bayerns tagtäglich antreibt. Außerdem präsentieren wir Ihnen wichtige Förderprogramme für Ihr Unternehmen – kurz, kompakt und vor allem einfach erklärt.

von und mit Bayern Innovativ GmbH

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